Du betrachtest gerade

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Ich bin müde, flüstere ich dir zu. Und stütze mich auf deinen Rücken.
Die lauen Sommernächte liegen weit zurück. Die Sonne hat sich zurückgezogen. Und die Wege, die wir seit Langem beschreiten, sind steinig geworden.
Mir ist, als sei der Fluss versiegt. Als seien die Wellen, welche mich einst trugen, mit ihm gegangen.
Und alle Tränen, die ich weine, fallen auf harten Grund.
Du trägst mein Gewicht. Führst mich weiter. Schritt für Schritt. Auf diesem Pfad.
Weshalb?
Weil du noch nicht bereit bist loszulassen, erwiderst du. Deine Stimme ist tief und voll – sie schwingt in die Unendlichkeit, wie die längst vergangenen Nächte.
Jetzt fährt kalter Wind in mein Haar.
Ich seufze tief.
Weine noch mehr Tränen.
Die niemand sieht.
Ich weiß, dass du recht hast.
Doch was kann ich tun?
Ist das Leben nicht ständige Befreiung? Von Fesseln, die wir uns selbst auferlegten?
Ist nicht jeder Befehl, dem wir folgen, ein Spiel mit der Verachtung gegen uns selbst?
Ich möchte ruhen. Doch du schreitest weiter. Und ich wanke an deiner Seite.
Lasse den eisigen Wind in meinen Ohren dröhnen.
Zittere.
Bis ich endlich die Augen schließe.
Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich mir selbst genügte. Und die Schwere der Wünsche, die ich in mir trage, von mir genommen wäre.
Ich müsste nichts mehr tun.
Und niemandem gefallen.
Da lässt der Wind nach.
Ruhe kehrt ein.
Meine Tränen dringen zärtlich in die harte Erde.
Und mein Herz wird weich.
.
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I am tired, I whisper, and lean against your back.
The balmy summer nights lie far behind us. The sun has withdrawn. And the paths we have been walking for so long have turned to stone.
It feels as if the river has dried up. As if the waves that once carried me have gone with it. And all the tears I cry fall on hard ground.
You bear my weight. Lead me onward. Step by step. Along this path.
Why?
Because you are not yet ready to let go, you reply. Your voice is deep and full—it resonates into infinity, like the nights long past.
Cold wind rushes through my hair.
I sigh deeply.
Cry even more tears.
That no one sees.
I know you’re right.
But what can I do?
Isn’t life a constant liberation? From the chains we once placed upon ourselves?
Isn’t every command we obey a game played with contempt for ourselves?
I want to rest. But you keep walking. And I stagger at your side.
I let the icy wind roar in my ears.
Tremble.
Until I finally close my eyes.
I imagine what it would be like if I were enough for myself. And the weight of the desires I carry within me were lifted from me.
I would no longer have to do anything.
And please no one.
Now the wind eases.
Stillness returns.
My tears sink gently into the hard earth.
And my heart grows soft.
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©️Text: Li Anna